Bei unserer Reise durch den Westen durfte natürlich auch die Golden Gate Bridge nicht fehlen. Kaum ein anderes Bauwerk steht so sehr für die Westküste, wenn nicht sogar für die Vereinigten Staaten insgesamt. Jedes Mal aufs Neue beeindruckt mich, wie elegant sich die Brücke in die Landschaft einfügt. Ihre markante rote Farbe bildet dabei einen guten Kontrast zum Blau der Bucht und dem Grün der umliegenden Landschaft.
Wir hatten uns vorgenommen, die Golden Gate Bridge einmal von der Nordseite aus zu fotografieren. Unser Ziel war der Battery Spencer Park auf der anderen Seite der Bucht. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick auf die gesamte Brücke und gleichzeitig San Francisco im Hintergrund. Gerade für Fotos ist dieser Aussichtspunkt wohl einer der bekanntesten und schönsten Orte rund um die Golden Gate Bridge.
Die Brücke selbst ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Der Bau begann am 5. Januar 1933 und dauerte etwas mehr als vier Jahre. Bei ihrer Fertigstellung im Jahr 1937 war die Golden Gate Bridge mit einer Spannweite von 1.280 Metern die längste Hängebrücke der Welt. Auch die 227 Meter hohen Türme stellten damals einen Weltrekord dar.
Beim Bau der Brücke besonders war aber die für die damalige Zeit ungewöhnliche Anweisung des Architktien Joseph B. Strauss, der darauf bestand, dass die Männer Helme trugen und dass ein Sicherheitsnetz under den Bauabschnitten gespannt werden muss. Dieses Netz rettete insgesamt 19 Arbeitern das Leben. Die Männer, die durch das Netz vor dem Absturz bewahrt wurden, wurden später als „Halfway to Hell Club“ bekannt.
Ganz ohne Todesfälle verlief der Bau allerdings trotzdem nicht. Insgesamt starben elf Arbeiter während der Bauarbeiten. Besonders tragisch war ein Unfall im Februar 1937, als ein Teil eines Gerüsts durch das Sicherheitsnetz brach. Zehn Männer kamen dabei ums Leben.
Nach unserem Besuch auf der Nordseite fuhren wir weiter auf die Südseite zum Welcome Center. Von dort aus machten wir uns zu Fuß auf den Weg über die Brücke. Je näher man den riesigen Türmen kommt, desto imposanter wirken sie. Aus der Ferne sieht die Golden Gate Bridge schon fast empfindlich aus. Direkt darunter wird einem erst bewusst, welche Dimensionen diese Brücke tatsächlich hat.
2019 bin ich während des San Francisco Halbmarathons schon einmal über dieses Wahrzeichen gelaufen, damals allerdings mitten auf der Fahrbahn. Die vollständige Symmetrie aus der Mitte der Brücke war dabei schon etwas ganz Besonderes. Dieses Mal mussten wir uns auf dem Bürgersteig halten, von wo aus sich dafür andere aber sogar interessantere Perspektiven ergaben. Mittlerweile gefällt mir dieser Blick fast schon besser als die perfekte Symmetrie aus der Mitte. Wer die Golden Gate Bridge fotografieren möchte, einige andere interessante Möglichkeiten.
1. Battery Spencer Park
Von der Nordseite aus bietet Battery Spencer einen der bekanntesten Blicke auf die Golden Gate Bridge. Von hier aus lässt sich die gesamte Brücke zusammen mit der Skyline von San Francisco im Hintergrund fotografieren.
2. Golden Gate Bridge
Vom Welcome Center auf der Südseite, wo man gut parken kann, führt der Fußweg direkt auf die Golden Gate Bridge. Beim gehen über die Brücke werden die Dimensionen der Konstruktion zunehmend deutlich. Besonders die beiden Türme und die zahlreichen Stahlseile prägen die Perspektive aus der Nähe.
3. Fort Point
Fort Point liegt direkt unterhalb der Südseite der Golden Gate Bridge und bietet eine Perspektive aus deutlich niedrigerer Position. Die historische Festung kann dabei als Vordergrund genutzt werden, an manchen Tagen hat sie sogar offen. Detailshots mit dem Tele oder der Zaun neben des Eingang kann dank der Löcher auch schön die Brücke in Szene setzen.
4. Golden Gate Overlook
Der Golden Gate Overlook liegt auch auf der Südseite der Brücke und bietet eine weitere schöne Perspektive auf die Golden Gate Bridge. Von hier aus lässt sich die Brücke frontal fotografieren, während die beiden Türme und die Fahrbahn eine klare Symmetrie bilden. Besonders aus dieser erhöhten Position wird die Größe der Konstruktion deutlich. Im besten Fall kann man auch den Baum als zusätzlichen Frame für das Bild benutzen.
5. Marshall's Beach
Von Marshall's Beach führt ein Weg am Strand entlang in Richtung Golden Gate Bridge. Je näher man der Brücke kommt, desto stärker verändert sich die Perspektive. Der Strand und das Wasser können dabei als Vordergrund genutzt werden. Besonders bei niedrigem Wasserstand lassen sich von hier aus Aufnahmen direkt aus dem Wasser realisieren. Mit einem ND (Neutral Density) Filter kann man eine schöne Decke aus dem Wasser machen.
Genau dort habe ich 2019 eines meiner liebsten Bilder der Golden Gate Bridge aufgenommen. Damals stand ich über eine Stunde im kalten Novemberwasser und machte mehr als 600 Fotos, bis schließlich das Bild dabei war, das ich mir vorgestellt hatte. Manchmal braucht es eben nicht nur einen guten Standort, sondern auch ein bisschen Geduld und das perfekte Wetter.
Auch bei meinem dritten Besuch hat die Golden Gate Bridge für mich nichts von ihrer Faszination verloren. Ich glaube sogar, dass sie umso beeindruckender wird, je mehr man über ihren Bau und ihre Geschichte erfährt. Ihre Bedeutung geht weit über die bloße Verbindung zur Nordseite der Bucht hinaus, denn sie verkörpert echten Pioniergeist, technischen Fortschritt und den Mut, solche Projekte anzugehen und umzusetzen.
Die Golden Gate Bridge ist deshalb für mich weit mehr als nur eines der Wahrzeichen von San Francisco. Sie ist meiner Meinung nach ein Technisches Meisterwerk und eben eines dieser Bauwerke, die man wahrscheinlich hundertmal sehen kann und trotzdem jedes Mal wieder stehen bleibt und ein Foto macht.