London im Herbst zwischen goldenen Blättern und ikonischen Motiven
Manche Städte fühlen sich schon beim Aussteigen vertraut an. London gehört für mich definitiv dazu. Anfang November hat es mich erneut in die britische Hauptstadt verschlagen. Diesmal allerdings zu einer Jahreszeit, in der ich die Stadt bisher noch nie erlebt hatte. Der Herbst hatte London fest im Griff und genau das verlieh den bekannten Sehenswürdigkeiten einen völlig neuen Charakter.
Der Spaziergang begann entlang der Themse. Das erste Ziel war natürlich die Tower Bridge. Kaum ein Bauwerk steht so sehr für London wie diese monumentale Klappbrücke. Seit mehr als einem Jahrhundert prägt sie das Stadtbild und gehört längst zu den bekanntesten Wahrzeichen Großbritanniens. 
Zum ersten Mal konnte ich sie zwischen den goldgelben und grünen Herbstbäumen fotografieren. Die Sonne stand tief und tauchte die gesamte Szenerie in ein warmes Licht. Vom Südufer der Themse bot sich einer der schönsten Ausblicke auf die Brücke und die Skyline dahinter. Besonders spannend war an diesem Tag der niedrige Wasserstand. Dadurch konnte ich sogar bis ins freigelegte Flussbett hinuntersteigen und die Steine als natürlichen Vordergrund für meine Aufnahmen nutzen.
Von dort führte der Weg weiter entlang der Themse in Richtung London Eye. Das riesige Riesenrad wurde ursprünglich für das Millennium im Jahr 2000 errichtet und war eigentlich nur als temporäre Attraktion gedacht. Heute gehört es längst fest zum Stadtbild.
Kurz darauf erreichte ich die Westminster Bridge. Von hier entsteht eines der wohl bekanntesten Motive Londons. Der Palace of Westminster, der Uhrturm mit dem Big Ben und ein roter Doppeldeckerbus vereinen sich hier zu einem Bild, das wahrscheinlich jeder schon einmal gesehen hat. Trotzdem macht es immer wieder Spaß, auf den richtigen Moment zu warten. Wenige Schritte weiter entstehen außerdem wunderbare Detailaufnahmen des Uhrturms, in dem sich die berühmte Glocke Big Ben befindet.
Am Abend zog es mich noch einmal zurück zur Tower Bridge. Sobald die Lichter der Stadt angehen, verändert sich die Atmosphäre komplett. Die Spiegelungen auf der Themse und die beleuchtete Brücke bieten perfekte Bedingungen für Langzeitbelichtungen und zeigen London noch einmal von einer ganz anderen Seite.
Der zweite Tag begann mit einem echten Klassiker. Dem Wachwechsel am Buckingham Palace. Wegen der inzwischen recht kühlen Temperaturen trugen die Soldaten ihre grauen Mäntel, was dem gesamten Zeremoniell einen fast winterlichen Eindruck verlieh. Anschließend führte mich der Weg durch den St. James's Park, dessen herbstliche Farben den Spaziergang zu einem der schönsten Momente des Tages machten.
Wachwechsel
Wachwechsel
Der St. James Park Lake
Der St. James Park Lake
Von dort ging es zurück in Richtung Themse zur National COVID Memorial Wall. Direkt am Südufer gelegen erinnert sie mit tausenden roten Herzen an die Menschen, die während der Corona Pandemie ihr Leben verloren haben. Viele Menschen haben die Herzen individuell für ihre Angehörigen gestaltet und damit einen persönlichen Ort der Erinnerung geschaffen. 

Bevor es zurück zum Flughafen ging, stand noch ein letzter Stopp auf dem Programm. Die Millennium Bridge. Die Fußgängerbrücke sorgte kurz nach ihrer Eröffnung für Schlagzeilen, weil sie unter den Menschenmassen unerwartet stark ins Schwingen geriet und deshalb zunächst wieder geschlossen werden musste. Nach umfangreichen Verstärkungen ist sie heute längst fester Bestandteil Londons. Von der Südseite eröffnet sich einer der schönsten Blicke auf die imposante St. Paul's Cathedral mit einer schönen Komposition der Brücke im Vordergrund. 
Ein kleiner Fun Fact lohnt sich hier noch. Wer über die Millennium Bridge läuft, sollte nicht nur nach vorne schauen, sondern auch nach unten. Der Londoner Künstler Ben Wilson, besser bekannt als der "Chewing Gum Man", hat über viele Jahre hinweg Hunderte festgetretener Kaugummis in winzige Kunstwerke verwandelt. Zwischen den Metallplatten der Brücke verstecken sich kleine Landschaften, Tiere, Herzen und persönliche Botschaften. Ein Detail, das viele Besucher übersehen und das den Spaziergang zu einer kleinen Schatzsuche macht.

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