Nach unserem Stopp am Colorado River ging es weiter in Richtung Moab. Dafür nahmen wir die berühmte Potash Road, die viele vermutlich von Instagram oder TikTok kennen. Anfangs ist sie noch komplett asphaltiert, doch irgendwann endet der Teer und die Strecke wird zu einer immer anspruchsvolleren Schotterpiste. Spätestens als uns fast nur noch Geländewagen entgegenkamen, hätten wir merken können, dass unser Chrysler Pacifica hier eigentlich nicht mehr hingehörte.
Kurz vor unserem Ziel entschieden wir uns deshalb, das Auto stehen zu lassen. Das Risiko, den letzten steilen Abschnitt hinauf und vor allem später wieder hinunterzufahren, war uns einfach zu groß. Also machten wir uns bei brennender Sonne zu Fuß auf den Weg. Unterwegs kamen wir am sogenannten Elvis Rock vorbei. Mit etwas Fantasie erinnert die Felsformation tatsächlich an das Gesicht von Elvis Presley. 
Oben angekommen bot sich ein Anblick, den wir so nicht erwartet hatten. Mitten zwischen den roten Felsen leuchteten die Potash Ponds in intensiven Blau und Türkistönen. Die Farben wirken fast surreal und bilden einen beeindruckenden Kontrast zur umliegenden Wüstenlandschaft.

Die Becken sind Teil einer Kaliumgewinnungsanlage. Dafür wird salzhaltiges Wasser aus tiefen Gesteinsschichten an die Oberfläche gepumpt und in riesige Verdunstungsbecken geleitet. Durch die intensive Sonneneinstrahlung verdunstet das Wasser nach und nach, sodass die enthaltenen Mineralien zurückbleiben. Die auffällige blaue Farbe stammt von einem zugesetzten Farbstoff, der die Aufnahme der Sonnenwärme verbessert und dadurch den Verdunstungsprozess beschleunigt.
Natürlich durfte die Drohne nicht fehlen. Zugegeben, der Blick vom Boden ist nichts im Vergleich zu dem, was aus der Luft zu sehen ist. Erst aus der Vogelperspektive wird deutlich, wie beeindruckend die geometrischen Formen und leuchtenden Farben der Becken wirklich sind. Währenddessen wurde der letzte verbliebene Schatten direkt an der Felswand genutzt, denn in der Sonne war es kaum auszuhalten. Für eine stabile Verbindung zur Drohne musste jedoch regelmäßig in die pralle Sonne gestanden werden. Irgendeinen Tod muss man sterben. Für diese Aufnahmen hat es sich definitiv gelohnt.
Nach einer Akkuladung machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Auto. Unterwegs kamen uns einige sichtlich verwunderte Amerikaner entgegen, die sich vermutlich fragten, wie wir es mit einem Pacifica überhaupt bis hierher geschafft hatten. Zum Glück verlief die Fahrt völlig problemlos. Empfehlen würde ich die Straße jedoch ohne ein 4x4 nicht.
Falls ihr selbst eine Drohne dabeihabt, kann ich euch diesen Ort nur empfehlen. Die Potash Ponds entfalten ihre ganze Wirkung erst aus der Vogelperspektive. Wer keine Drohne besitzt, kann die Becken auch vom Colorado River Overlook im Dead Horse Point State Park betrachten. Von dort hat man ebenfalls einen Winkel auf die unnatürlich blau schimmernden Verdunstungsbecken. Für den Besuch des Dead Horse Point State Parks wird allerdings eine Eintrittsgebühr von 20 US Dollar pro Fahrzeug fällig.
Danach machten wir uns schließlich auf den letzten Abschnitt unserer Fahrt und erreichten wenig später unser Hotel in Moab.

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